Was Menschen an der zusätzlichen arbeitsfreien Zeit im Rahmen der 4-Tage-Woche wohl am meisten schätzen, ist, dass sie diese frei verplanen können. In seinem 2023 erschienenen Buch „4 Tage Woche“, möchte es Autor Martin Gaedt genauer wissen und wirft die Fragen auf: „Warum wünschen sich Menschen eigentlich einen Tag mehr Erholung? Was wollen sie mit mehr Freizeit anfangen? Bis mittags ausschlafen, chillen und faulenzen, saufen und binge watching? Oder haben sie etwas ganz anderes vor?“
Repräsentative Studien zu diesem Thema gibt es leider (noch) nicht, wohl aber einige Anhaltspunkte. Gaedt zitiert dazu verschiedene Quellen und Erfahrungsberichte:
Beispielsweise hat das auf positiven Journalismus fokussierende Online-Medium „Good News Magazin“ 2022 in einer Instagram-Story gefragt, was Menschen mit der freien Zeit tun würden. Die Rückmeldungen lassen sich wie folgt kategorisieren:
- Hobbys, Sport, Natur und Zeit für sich
- Kinder und Familie
- Haushalt und Erledigungen
- Gesundheit
- Engagement bzw. Ehrenamt
Im Detail fiel das Ergebnis folgendermaßen aus: Antworten aus den Bereichen Hobbys, Sport, Natur und Zeit für sich (beispielsweise „Zeit für mich genießen, mehr Sport machen, raus ins Grüne fahren“) führten die Liste mit 29 Antworten an. Es folgten „Kinder und Familie“ mit 17 Nennungen (zum Beispiel „Zeit mit Familie und Freunden verbringen“). 12 Antworten bezogen sich auf die Themen Haushalt und Erledigungen („Arztbesuche, einkaufen, Wohnung putzen, damit das Wochenende wirklich frei ist“), 10 auf Gesundheit („Ich kann nicht mehr, der Stress macht mich kaputt, ich möchte gesünder werden“). Fünf Mal wurden Antworten des Bereichs Engagement bzw. Ehrenamt genannt („Mehr Zeit für ehrenamtliche Arbeit“).
Natürlich sind diese Aussagen nicht repräsentativ, sie zeigen jedoch eine gewisse Tendenz. Das reine Faulenzen steht wohl für die wenigsten im Fokus. Stattdessen sehnen sich Menschen eher danach, mehr Zeit für Dinge übrig zu haben, die ihnen guttun und denen sie sich gerne widmen. Das wiederum sorgt für mehr körperliche und mentale Gesundheit und kommt somit nicht ausschließlich den Arbeitnehmer*innen zugute, sondern auch den Unternehmen und schlussendlich der gesamten Gesellschaft.